Gruppenarbeiten kommen immer wieder im Studium vor und bringen einige Herausforderungen mit sich. Im Team zu arbeiten ist im besten Fall eine tolle Erfahrung, kann aber auch ziemlich frustrierend sein. Besonders unharmonisch wird es oft dann, wenn sich eine oder mehrere Personen nicht an der Arbeit beteiligen, keinen eigenen Input beisteuern und sich stattdessen vom Rest der Gruppe mittragen lassen – sogenannte Trittbrettfahrer:innen. In diesem Blogeintrag wollen wir Euch ein paar Techniken und Ideen vorstellen, die solchen unangenehmen Erfahrungen entgegenwirken und zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit beitragen können.
Ansprüche und Ziele
Vorstellungen bezüglich des Zeitaufwandes einer Gruppenarbeit und Ansprüche an die Endnote können innerhalb der Gruppe stark variieren. Deshalb ist es wichtig, bereits zu Beginn eure Erwartungen an das Projekt und an eure Kommiliton:innen deutlich auszudrücken. Macht euch klar, was das Ziel der Gruppenarbeit ist und wie ihr es gemeinsam erreichen könnt. Darauf basierend solltet ihr euch gemeinsam auf ein Arbeitspensum einigen, mit dem im besten Fall alle Gruppenmitglieder zufrieden sind.
Kommunikation
Klare Kommunikation ist das A und O bei einer Gruppenarbeit. Einigt euch auf einen Kommunikationsweg, indem ihr eine Chat-Gruppe erstellt, einen Termin für ein Treffen in der Uni vereinbart oder einen Videoanruf startet. Auch während der Arbeitsphase ist es vorteilhaft, miteinander in Kontakt zu bleiben, um Fragen schnellstmöglich zu klären und bei Problemen helfen zu können.
Organisation und Dokumentation
Eine klare und faire Verteilung der anstehenden Aufgaben auf alle Gruppenmitglieder scheint zwar selbstverständlich, scheitert jedoch oft in der Umsetzung. Daher empfehlen wir euch, während der Gruppenarbeit Protokoll zu führen, z.B. indem ihr eine Liste als geteiltes Dokument anfertigt, auf der die Aufgaben und die jeweiligen Verantwortlichen festgehalten werden. Darauf können sich alle im Laufe der Arbeitsphase berufen und eintragen, was schon geschafft ist und was noch gemacht werden muss. So sind die Zuständigkeitsbereiche eindeutig geklärt und jede*r weiß, was zu tun ist und was man von den anderen Gruppenmitgliedern erwarten kann. Darüber hinaus solltet ihr euch gemeinsam einen groben Zeitplan überlegen, anhand dessen ihr eure Aufgaben bearbeitet und gegebenenfalls etappenweise Zwischenbesprechungen mit eurer Gruppe vereinbart. Für Kommunikation und Organisation gibt es eine Vielzahl an Online-Tools, Softwares und Apps, die ihr dafür verwenden könnt.
Hier findet ihr ein Beispiel für eine Organisationsliste:
Jemand macht nicht mit – was tun?
Trotz allem besteht in Gruppenarbeiten leider immer die Möglichkeit, dass eine oder mehrere Personen sich nicht an der Gruppenarbeit beteiligen wollen, sich ihren Aufgaben entziehen oder einfach untertauchen in der Annahme, dass der Rest der Gruppe sich schon drum kümmern wird. Ein solches Verhalten ist unsolidarisch und unfair gegenüber der Gruppe und muss daher nicht toleriert werden. In solchen Fällen kann es helfen, gruppenintern diese Probleme offen und direkt anzusprechen. Sollte sich jedoch durch ein klärendes Gespräch innerhalb der Gruppe nichts ändern, könnt ihr euch auch immer an eure Dozierenden wenden. Eure Protokolle aus der Arbeitsphase helfen euch hierbei, die Aufgabenverteilung und das Versäumnis inaktiver Gruppenmitglieder deutlich zu machen. Wichtig ist jedoch, dass ihr vor der Deadline des Projektes das Gespräch mit Dozierenden sucht. Im Nachgang (und besonders nach der Benotung) ist es oft schon zu spät, um eine Lösung zu finden.
Gruppenarbeit – Das sagen Studierende
„Aus dem 8-monatigem Projekt habe ich gelernt, dass eine ausreichende Kommunikation äußerst wichtig für eine gelungene Teamarbeit ist. Diese sollte weitgehend persönlich und nicht via Internet oder Smartphone stattfinden, da hier viele Missverständnisse auftreten, die Konfliktpotential beherbergen.“
– (Geographiestudent nach einem Studienprojekt)
„Ungerechte Arbeitsteilungen und Spannungen zwischen den Teammitgliedern können dadurch vermieden werden. Eine schriftliche Fixierung in Form eines Protokolls visualisiert das Kommunizierte, sodass
gegebenenfalls auf dieses Schriftstück zurückgegriffen werden kann, wenn unklar ist, was gesagt und festgelegt wurde.“
– (Geographiestudent nach einem Studienprojekt)
Erfolgreiche Gruppenarbeiten – Zusammenfassung
Ansprüche und Ziele:
Klärt zu Beginn eure Erwartungen an das Projekt.
Einigt euch auf ein Arbeitspensum.
Seid offen und kompromissbereit.
Organisation:
Verteilt eure Aufgaben fair untereinander.
Seid euch im Klaren über eure Aufgabenbereiche.
Orientiert euch an einem gemeinsamen Zeitplan.
Kommunikation:
Überlegt euch gemeinsam einen Kommunikationsweg.
Bleibt untereinander während der Arbeitsphase in Kontakt.
Dokumentation:
Haltet schriftlich fest, wer für welche Aufgaben zuständig ist.
Beruft euch gegebenenfalls auf Protokolle, um andere Gruppenmitglieder an die Aufgabenverteilung zu erinnern.
Im Ernstfall: Nutzt eure Dokumentationen im Gespräch mit Dozierenden, um eure Situation zu erläutern.
